Der Beaglehalter  

        

... ein (nicht ganz ernst gemeintes) Rasseportrait des idealen Beaglehalters


von Herrn Meier, Beagle von Sophie Strodtbeck


Bevor man sich einen Halter ins Haus holt, sollte Hund sich gut informieren! Eine unüberlegte Anschaffung kann zu großen Problemen führen. Ich weiß, wovon ich rede, denn bei mir hat es mit dem richtigen Frauchen erst im 6. Anlauf geklappt. Alle anderen habe ich wieder "entsorgt". Bevor ich jetzt aber wild beschimpft werde, ich habe sie natürlich nicht einfach an der nächsten Autobahnraststätte ausgesetzt, sondern ein gutes Zuhause für sie gesucht.

Was sollte man also beachten, um sich und den Halter glücklich zu machen? Ein Beaglehalter sollte unbedingt eine Prise Humor mitbringen und das Leben ähnlich optimistisch sehen wie unsereins. Mit unserer "komm ich heut' nicht, komm ich morgen"- Mentalität sollte er umgehen können, zur Not lässt sich da aber mit positiver Bestärkung noch einiges machen. Man kann sich seinen Halter durchaus nach der Präge- und Sozialisierungsphase noch biegen und formen. Dazu bedarf es aber einer Portion Charme und einer gewissen Hartnäckigkeit, aber das ist ja für uns Beagles kein Problem!

Der Halter sollte in der Lage sein, sich notfalls auch mal alleine im Wald ein paar Stunden zu beschäftigen, Hund kann sich ja schließlich nicht immer um ihn kümmern. Eine gewisse Selbstständigkeit ist also ein Muss!

Vor der Anschaffung sollte man auf jeden Fall seine Kraul- und Streichelfähigkeiten ausgiebig testen, um nachher keine bösen Überraschungen zu erleben.

Außerdem sollte man unbedingt auf ausreichende bequeme Schlafstätten im zukünftigen Zuhause achten, die Verankerung des obligaten Schlafens unter der Decke im Rassestandard ist meines Erachtens nach längst überfällig! Auch sollte der Halter nicht unter einem zu leichten Schlaf leiden, sonst kann es zu Unstimmigkeiten bei nächtlichen Beaglewanderungen durchs Bett kommen. Der Halter sollte respektieren, dass das Finden der richtigen Schlafposition manchmal etwas dauern kann, gut Ding will schließlich Weile haben.

Zudem sind uns kreative Besitzer gerne willkommen, die nichts gegen eine gelegentliche Umgestaltung des Wohnraumes haben. Mal ehrlich, wer will schon jahrelang dieselbe Couch haben?

Schön, aber nicht unbedingt ein Muss, ist eine eher ländliche Gegend, in der sich viele Nachbarsgärten mit Komposthaufen befinden, denn als Bealge ist man mit den Kompost-haufen der Nachbarn gerne per du.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Halterwahl ist die geruchliche Belastbarkeit des zukünfitgen Halters. Er sollte kein Problem mit dem Odeur von Aas, Fuchshinterlassen-schaften oder anderen leckeren Aromen hinter unseren Schlappohren haben - und wenn doch, dann sollte er wenigstens empfänglich für den herzerweichenden Beagleblick sein und uns trotzdem Asyl in seinem Bett gewähren. Wusstet ihr übrigens, dass der liebe Gott uns diesen Blick nur gegeben hat, weil wir sonst, bei allem was wir so anstellen, schon längst ausgestorben wären?

Von Vorteil ist auf jeden Fall auch ein Zuhause, in dem sich viele menschliche Groupies und ggf. hundliche Artgenossen finden, so dass keine Langeweile aufkommt. Im Gegenzug sorgen wir auch für Stimmung in der Bude!

Wenn man all das vor der Anschaffung seines Halters beachtet, steht einem harmonischen Zusammenleben nichts im Wege und auch mit der Erziehung sollte dann alles ohne größere Probleme klappen.

 


Aus dem Hundemagazin WUFF / www.wuff.de

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Magazins und Sophie Strodtbeck